Mittwoch, 23. Juli 2014

Jedes Kind kann schlafen lernen.


„Schlafen statt schreien“. „Richtig schlafen lernen“. „Jedes Kind kann schlafen lernen“.
Alle habe ich sie gelesen, durchgeblättert, reingelesen, weggelegt, wieder angefangen. In allen Büchern steht irgendwie doch das selbe. Die einen wollen die Kinder nicht schreien lassen, die anderen lassen sie wieder kontrolliert schreien, andere versuchen es wieder ganz anders. Am Ende des Tages braucht man einen genauen Überblick über die Schlafgewohnheiten des Kindes, um den richtigen Plan für’s Schlafenlernen zu finden.

Nachdem uns unser kleiner Jopmann seit nunmehr 6,5 Monaten schlaftechnisch auf Trab hält, war jetzt, 5 Wochen nach unserem Urlaub, meine Leidensgrenze erreicht. 5 Wochen lang wachte der kleine Sonnenschein 45 minütlich auf. Nacht für Nacht. Tag für Tag. An Ruhe und Erholung im Schlaf weder bei uns, noch bei Josef zu denken.
Vor einigen Tagen hatte ich dann die Qual der Wahl. Für welche Schlafenlern-Methode soll ich mich nun entscheiden? Welchen Plan werde ich nun konsequent umsetzen?

Zuvor habe ich allerdings den Kinderarzt nochmals um Rat gefragt, habe Josef durchchecken lassen, war auch nochmal beim HNO. Alles ist in Ordnung. Nichts hat er. Glücklicherweise !!!
Was er aber hat, das ist ein Schnuller. Ein Schnuller, der ihm das Einschlafen erleichtert, jedoch das Durchschlafen unmöglich macht. Josef wacht immer wieder auf, da ihm der Schnuller fehlt und ohne ihn ist ein Einschlafen nicht möglich. Alleine finden und wieder dahin stecken, wo er hin soll, kann er nicht und so war und ist er darauf konditioniert, dass dies entweder der Prinz oder ich tun.

Samstag abend war dann, wie bereits erwähnt, meine Leidensgrenze erreicht. Von 2000 bis 2230 war Josef insgesamt 3 mal wach. Eine Tendenz, dass es in der Nacht besser bzw. anders werden sollte, war nicht abzusehen.
Und dann war es soweit. Ich habe dem Jopmann den Schnuller geklaut. Er mochte das gar nicht und der Protest war enorm. So enorm, dass er eine ganze Stunde brauchte, um wieder einzuschlafen.
Die Intervalle, wann ich bei Jopi reinschaue, habe ich selbst festgelegt. Und so bin ich eine Stunde lang, alle drei Minuten zu ihm rein und habe nach dem Rechten geschaut. Um 2330 war dann Ruhe eingekehrt. Josef schlief. Tief und fest. Erst um 0300 verlangte er was zu trinken. Und dann schlief er weiter bis 0700 ohne ein einziges mal aufzuwachen.

Seither schläft der Jopmann innerhalb von 10 Minuten alleine ein. Ja, er wacht auf, er maunzt kurz, aber er schläft ganz allein wieder ein und beruhigt sich. Und all das ohne den Schnuller. Er wacht gegen 0200 auf und trinkt und dann schläft er wieder weiter bis 0700, manchmal sogar bis 0730.

Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass das wirklich funktionieren kann. Doch es ist so. Und das allerschönste dabei ist, dass Josef seither richtig gut drauf ist. Das nächtliche Aufwachen war sicherlich auch Stress für ihn.
Für mich wird es wohl noch eine Weile dauern, bis ich endlich zur Ruhe finde. Schlafen kann ich nämlich nicht, da ich mich ständig frage, ob denn auch wirklich alles in Ordnung ist.
Und so liege ich noch immer Nacht für Nacht mehrere Stunden wach und lausche :-)

Lustig ist es inzwischen auch mit Jopi, denn der entdeckt seine Stimme. Tagtäglich gibt er lustige Laute von sich. Manchmal kräht er nur rum, oder aber er stösst schrille Schreie aus. Kurz darauf lacht er sich über sich selbst kaputt.
Sehr süss anzusehen.
Krabbeln kann er noch immer nicht, doch er dreht sich auf seinem kleinen dicken Bauch immer um die eigene Achse …

Tja, und dann hat das Babyschwimmen begonnen … Josef scheint das Wasser zu lieben. Nachdem die Badewanne nun doch ein wenig zu klein wurde, genoss er es sichtlich in diesem grossen Becken planschen zu können. Am Ende hat er sich gar nicht aus dem Wasser tragen lassen …
Jetzt freuen wir uns schon auf die nächste Stunde, gleichwohl es noch 2 Wochen dauern wird, da wir kommende Woche einen Kurzausflug in den hohen Norden unternehmen werden …

In diesem Sinne, gehabt euch wohl,
Eure Jana