Die
Zeit der duftenden Backstuben, Christstollen, Plätzchen, Jahresrückblicke,
Wunschzettel, Adventskränze, Lichterketten, Kerzen, Glühmärkte uvm. hat uns
wieder voll im Griff. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Leben hektischer
und weniger ruhiger und besinnlicher wird. Die Innenstädte sind brechend voll,
kein Parkplatz mehr frei, ein Glühmarktstand voller als der andere … Ach,
irgendwie ist dieser Kelch in diesem Jahr an mir vorbei gegangen.
Den
ersten Glühwein habe ich gestern mit dem Prinzen zu Hause getrunken. Eine ganze
Flasche vom Winzer unseres Vertrauens … Hatte auch was. Drei Kerzen des
Adventskranzes leuchteten, meine neuen Herrnhuter Sterne am Fenster ebenfalls,
der Jopmann hüpfte wie ein kleines aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend und
trällerte munter seine Lieder vor sich hin … Hat auch was. Ist halt anders, als
die Jahre zuvor …
Und
dennoch, gerade zu dieser denke ich gerne über das Vergangene nach. Über die
schönen und weniger schönen Momente … Und dabei fällt mir wieder mein Satz ein,
den ich zu Beginn des Jahres mal zum Prinzen sagte: „Mal sehen, was 2015 für
uns so bereit hält …“
…
und dann bin ich froh, dass ich es nicht vorher schon weiss.
Wie
auch immer das im Mittelteil noch war. Das Jahr war gespickt mit positiven und
negativen Ereignissen bis Oberkante Unterkiefer. Ganz toll jedenfalls in diesem
Jahr war und ist Josef’s Entwicklung. Aus meinem kleinen, hilflosen Baby ist
ein kleiner wacher Geist herangewachsen, der von Tag zu Tag seine
Selbständigkeit weiter entdeckt, dem der Schalk im Nacken sitzt, der einen
eigenen Kopf entwickelt und immer besser weiss, was er will und was nicht.
Wir
als Familie haben unseren Platz gefunden, sehen uns als Einheit und sind stolz
darauf, was wir in der Kürze der Zeit gemeinsam haben erreichen können.
Weniger
schön unser Urlaub, in dem wir ganz schön Euros lassen mussten. Diese blöden Diebe, die uns so
ziemlich alles unterm Hintern weggeklaut
haben, was man wieder zu Geld machen konnte … Zum Glück ist uns nichts passiert
und wenigstens haben wir von der Versicherung einen Teil des Schadens erstattet
bekommen.
Leider
sind die persönlichen Schicksalsschläge nicht ausgeblieben … 2 ambulante
Krankenhausaufenthalte beendeten leider das, worauf wir uns so sehr gefreut
hatten … Doch auch hier weiss die Natur wohl ganz genau, was zu tun ist … Und
seit Susanne mir das sagte, weiss ich eben auch, dass nicht jeder Apfel zu
einem saftigen und knackigen Apfel am Baum heranwachsen kann …
Doch
Sören Kiergegaard wusste ja schon: „Das Leben kann nur vorwärts gelebt und
rückwärts verstanden werden“
Und
so ist auch unser Blick nach vorne gerichtet …
Und
so nehmen unsere Pläne endlich Gestalt an.
Der
Prinz hat seinen neuen Job bereits Anfang Dezember angetreten. Derzeit pendelt
er immer hin und her und nur so können wir die Wochenenden gemeinsam
verbringen. Josef und ich versuchen unseren Alltag allein zu meistern, was uns
in Summe ganz gut gelingt. Auch wenn Vieles etwas schwieriger umzusetzen ist,
so wissen wir doch, dass alles nur begrenzt ist.
Und
zwar so begrenzt, dass wir nun auch einen festen Termin haben:
10.02.2016
Das
ist der Tag, an dem der LKW vor unserer Wohnung parken wird und die Möbelpacker
all unser Hab und Gut darin verstauen werden. Anfang Februar wird mir die
Aufgabe zuteil, Schrankinhalte in Kartons zu verstauen und mich systematisch
durch alle Schränke zu arbeiten …
…
um am 12.02.2016 mich wieder systematisch durch alle Kartons zu arbeiten, um
deren Inhalt wieder in den neuen Schränken in unserem neuen Zuhause in Den
Haag, NL zu verstauen.
Ja,
unser neuer Lebensmittelpunkt wird ab dem nächsten Jahr Den Haag sein. Dort
werden wir leben, arbeiten und Josef wird dort in eine niederländische Kita
gehen. Ob er bereits zum 01.03.2016 wird beginnen können, wissen wir dann
morgen.
Der
Prinz hat in den vergangenen Wochen eine schöne neue Bleibe für uns gefunden,
der Strand ist nur noch 12 Minuten mit dem Rad von unserem Zuhause entfernt und
überhaupt scheint Den Haag einen so guten Eindruck auf ihn gemacht zu haben,
dass ich selbst gar keine Bedenken habe, dort hinzuziehen …
Gesehen
habe ich es selbst noch nicht, doch „schlimmer“ als nach Sao Paulo zu ziehen,
ohne es gesehen zu haben, kann es gar nicht sein. Daher bin ich ganz guter
Dinge und freue mir ein Loch in den Bauch, dass es bald losgehen wird.
Mit
dieser Vorfreude im Bauch und einer tollen Aussicht auf 2016 lasse ich das Jahr
2015 gerne ausklingen, ziehe einen dicken Strich drunter und versöhne mich mit
allem, was mir in diesem Jahr auch grosse Schmerzen bereitet hat und hoffe auf
ein weniger turbulentes und weniger schmerzhaftes Jahr 2016.
Tot
ziens …
Gehabt
euch wohl,
Eure
Jana