Stoffelwanderung!!!!
Würde
man analog der Krötenwanderung ein Schild erstellen wollen, so schlage ich vor,
einen Grossteil der Eltern zu postieren, die ihre Kinder jeden Morgen in die
gleiche Einrichtung bringen, wie ich es seit nunmehr fast drei Monaten mache.
Habe
ich deren Unvermögen, zu grüssen, die Tür aufzuhalten oder sich mal ein kleines
Lächeln abzuringen bislang darauf geschoben, dass sie schlecht gelaunt sind, da
sie quengelige Kinder am Morgen zu betreuen haben, selbst nicht schlafen
konnten, da das Kind die Nacht zum Tage machte, vielleicht kamen sie aber auch
nicht zum Frühstücken, da sie sehr in Eile waren oder aber kleine, pikante
Prinzessinnenkämpfe um rosa Kleidchen und Schleifchen im Haar auszufechten
hatten, oder womöglich die kleinen Piraten und Feuerwehrmänner von
Grosseinsätzen abhalten mussten.
Doch
all das erscheint mir nun nach all dieser Zeit ziemlich weit hergeholt. Drei
Monate am Stück kann man nicht mit einer solche Trauermine und Grummelgesicht
rumlaufen. Ich bin inzwischen überzeugt davon, dass es an dieser besonderen
Spezies liegen muss.
Was
auch immer in ihren Köpfen vorgeht, mit guten Manieren, die sie vermutlich
versuchen, ihren Sprösslingen beizubringen, hat es schon lange nichts mehr zu
tun.
Ich
bin fassungslos über soviel Ignoranz und Arroganz.
Diese
Eltern schaffen es wirklich, einem die Tür vor der Nase zuzuknallen, obwohl sie
sehen können, dass man auf die gleiche Tür zusteuert, durch welche sie gerade
gehen. Und das, obwohl man mit Tasche, Kind und sonstigem Krimskrams beladen
ist. Sie stehen neben uns am Fahrstuhl und mustern mein Kind, da vermutlich die
Jacke, die es trägt, nicht hip genug ist oder doch etwas verwaschen aussieht.
Na
und? Mir doch egal. Sie erfüllt ihren Zweck und ausserdem wurde sie bereits von
zwei Kinder getragen …
Halten
sich diese Eltern für was Besseres, nur weil sie ihre Kinder in eine private
Einrichtung bringen?
Paaah,
ich bin davon überzeugt, dass jede öffentlichen Einrichtung mindestens genauso
gut, wenn nicht sogar noch besser ist.
Es
macht mich echt wütend, mir dieses Trauerspiel jeden Morgen mit ansehen zu
müssen. Doch ich bleibe dabei und mache weiter, wie bisher … Ich grüsse sie.
Jeden einzelnen. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Auch wenn nichts zurück
kommt. Auch wenn sie mit den Augen rollen und die Nase rümpfen. Und auch dann,
wenn sie sich den Gegengruss hörbar aus der Kehle quälen.
Und
falls sich nun jemand fragt, weshalb ich
mein Kind in diese Einrichtung bringe, dem sei geantwortet, dass es die derzeit
einzige Einrichtung war, die mit den Betreuungszeiten meiner Arbeitszeit entgegenkommt.
Gehabt
euch wohl ihr Lieben,
Eure
Jana