Dienstag, 31. März 2015

Achtung !


Stoffelwanderung!!!!

 

 

Würde man analog der Krötenwanderung ein Schild erstellen wollen, so schlage ich vor, einen Grossteil der Eltern zu postieren, die ihre Kinder jeden Morgen in die gleiche Einrichtung bringen, wie ich es seit nunmehr fast drei Monaten mache.

 

Habe ich deren Unvermögen, zu grüssen, die Tür aufzuhalten oder sich mal ein kleines Lächeln abzuringen bislang darauf geschoben, dass sie schlecht gelaunt sind, da sie quengelige Kinder am Morgen zu betreuen haben, selbst nicht schlafen konnten, da das Kind die Nacht zum Tage machte, vielleicht kamen sie aber auch nicht zum Frühstücken, da sie sehr in Eile waren oder aber kleine, pikante Prinzessinnenkämpfe um rosa Kleidchen und Schleifchen im Haar auszufechten hatten, oder womöglich die kleinen Piraten und Feuerwehrmänner von Grosseinsätzen abhalten mussten.

 

Doch all das erscheint mir nun nach all dieser Zeit ziemlich weit hergeholt. Drei Monate am Stück kann man nicht mit einer solche Trauermine und Grummelgesicht rumlaufen. Ich bin inzwischen überzeugt davon, dass es an dieser besonderen Spezies liegen muss.

Was auch immer in ihren Köpfen vorgeht, mit guten Manieren, die sie vermutlich versuchen, ihren Sprösslingen beizubringen, hat es schon lange nichts mehr zu tun.

Ich bin fassungslos über soviel Ignoranz und Arroganz.

 

Diese Eltern schaffen es wirklich, einem die Tür vor der Nase zuzuknallen, obwohl sie sehen können, dass man auf die gleiche Tür zusteuert, durch welche sie gerade gehen. Und das, obwohl man mit Tasche, Kind und sonstigem Krimskrams beladen ist. Sie stehen neben uns am Fahrstuhl und mustern mein Kind, da vermutlich die Jacke, die es trägt, nicht hip genug ist oder doch etwas verwaschen aussieht.

Na und? Mir doch egal. Sie erfüllt ihren Zweck und ausserdem wurde sie bereits von zwei Kinder getragen …

 

Halten sich diese Eltern für was Besseres, nur weil sie ihre Kinder in eine private Einrichtung bringen?

Paaah, ich bin davon überzeugt, dass jede öffentlichen Einrichtung mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser ist.

Es macht mich echt wütend, mir dieses Trauerspiel jeden Morgen mit ansehen zu müssen. Doch ich bleibe dabei und mache weiter, wie bisher … Ich grüsse sie. Jeden einzelnen. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Auch wenn nichts zurück kommt. Auch wenn sie mit den Augen rollen und die Nase rümpfen. Und auch dann, wenn sie sich den Gegengruss hörbar aus der Kehle quälen.

 

Und falls sich  nun jemand fragt, weshalb ich mein Kind in diese Einrichtung bringe, dem sei geantwortet, dass es die derzeit einzige Einrichtung war, die mit den Betreuungszeiten meiner Arbeitszeit entgegenkommt.

 

Gehabt euch wohl ihr Lieben,

 

Eure Jana

Mittwoch, 11. März 2015

Wenn Du denkst, es geht nicht mehr ...


… kommt aus der Kita doch noch ne Mail daher !

 

 

 

Es ist noch nicht sooo lange her, als ich schrieb, ich sei gespannt, welche Herausforderungen denn noch so für uns bereitgehalten werden.

Hello. Da ist sie auch schon …

 

Zunächst hatte es den Anschein, als würde sich der Kita-Alltag etwas normalisieren. Es blieb allerdings nur beim Anschein, denn es folgten diverse Mails, dass die Erzieherinnen der Reihe nach der Grippe zum Opfer fallen, die Eltern zusehen sollten, dass die Betreuung der Kinder doch so weit wie möglich von zu Hause erfolgen soll, etc.

 

Wir tun, was wir können. Mal bringen wir Josef zur Kita, mal lassen wir ihn zu Hause, mal bleibt er bei einer anderen Erzieherin, mal nicht … Es ist und es bleibt ein Hin und ein Her.

Ich veranstalte nach wie vor meinen Eiertanz zwischen Kind und Arbeit und bin noch immer recht unzufrieden mit meiner Performance, da ich weder dem Kind, noch dem Chef, noch mir selbst gerecht werden kann. In Spagat war ich noch nie so gut und so bin ich dauerhaft damit beschäftig, nicht zu überdehnen und am Ende selbst noch auszufallen.

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass der Prinz selbstverständlich bestens unterstützt, doch es ist und bleibt eine ziemlich herausfordernde Übung.

 

Und so tun wir gut daran, das Beste aus der Situation zu machen und fahren über’s lange Wochenede, welches wir durch die Kita-Schliesstage hatten, einfach mal an den Bodensee, um ein wenig Kraft zu tanken. Schön war’s … Das Wetter tip, das Essen top und die Laune tippi-toppi. Was soll jetzt noch passieren? Wir haben insgesamt 5 Tage Kita-frei und jetzt fängt der Frühling an, die Tage sind länger, die Nächte kürzer, die Anfälligkeiten für Krankheiten sollten weniger werden.

 

Gestern dann noch ein kitafreier Tag, den Josef mit seinem Papa zu Hause verbringen konnte. Die beiden haben es sichtlich genossen, so viel Zeit füreinander zu haben …

Doch dann gegen 1500 eine Nachricht der Kita … Jetzt sind doch tatsächlich BEIDE Erzieherinnen aus Josef’s Gruppe wegen Krankheit bis zum Ende der Woche ausgefallen !!!! *aaaaarggggghhhhh‘

Das ist doch jetzt nicht wahr, oder?

Lapidar steht da dann noch: „Sie können Ihr Kind dennoch bringen!“

Aha, kann ich das? Ist mein Kind schon so stabil, dass es nach 5 Tagen kitafrei einfach mal so mir nix, Dir nix bei einer Erzieherin bleibt, die er allenfalls ein paar mal am Tag für ein paar Minuten gesehen hat?

 

Ich hab Bauchschmerzen beim Gedanken daran. Und ich hab ne riesengrosse Wut im Bauch. Leute, so kommen wir doch nicht weiter !!!!

Ich arbeite wieder – und zwar zu 80 % … Die Verantwortung habe ich nun nicht mehr nur meinem Kind, sondern jetzt auch meinem Arbeitgeber gegenüber. Kann ich dem Wurm denn jetzt schon so viel Flexibilität abverlangen, dass er jetzt ins kalte Wasser geworfen wird und lernen soll, damit klar zu kommen? Male ich gar schwärzer, als es ist? Habe ich zu wenig Vertrauen in mein Kind? Ich bin nicht schlau genug.

Ich beratschlage mich mit dem Prinzen. Am Ende sind wir uns einig darüber, dass wir nur drei  Möglichkeiten haben:

a) Wir versuchen es und geht gut

b) Wir versuchen es und es geht nicht gut

c) Wir versuchen es erst gar nicht und bleiben gleich zu Hause

 

Mein vereinbarter Termin und die Tatsache, dass der Prinz auf Dienstreise ist, bringen uns zu dem Schluss, es zu versuchen. Doch ich werde in der Nähe bleiben. Im Elternzimmer. Damit ich gleich eingreifen kann, falls sich der Mupfel nicht wohl fühlt …

 

Das ist echt suboptimal, und dennoch einen Versuch wert …

Ich bin gespannt, wie der heutige Tag ausgehen wird.

 

Gehabt euch wohl,

Eure Jana

Donnerstag, 5. März 2015

Jopi und die Babysitter - Die Erste.


Mutti und das Beruhigungsbier – Die Erste.

 
 

Gestern war nun also der „grosse“ Tag.

Der Prinz und sollten des Prinzen Weihnachtsgeschen (Tickets ins Capitol Mannheim zur Jazzkantine) einlösen. Der Prinz hat sich schon eine ganze Weile sehr darauf gefreut – nicht zuletzt deswegen, da es für uns beide der erste Abend allein seit Jopi’s Geburt hat sein sollen …

 

Ui, was waren wir aufgeregt …

 

Der Plan war folgender:

1830 – Babysitter U und G kommen vorbei

1900 – Jopi wir von uns zu Bett gebracht

1920 – Aufbruch nach Mannheim

2000 – Konzertbeginn

 

Soweit so gut.

Sonntag Abend war noch immer alles wunderbar. Jopi geht schlafen und er schläft den Schlaf der Gerechten bis zum Morgengrauen.

Am Montag Abend fängt das Grauen bereits nach dem Einschlafen an. Jopi hat noch keine 30 Min geschlafen und schon meldet er sich. Wir gehen rein ins Zimmer, wieder raus aus dem Zimmer, wieder rein und wieder raus … Und immer weiter … Bis kurz nach 2100 … Wir beschliessen, den Mupfel aus dem Bett zu nehmen – schlafen möchte er ja offensichtlich nicht. Und so spielt der Knirps bis 2230, ohne Anzeichen von Müdigkeit.

Wir sind ratlos. Sofort denken wir an das bevorstehende Konzert … Was tun, wenn das auch am Mittwoch abend passiert? Wird er sich von U und G beruhigen lassen? Werden wir angerufen werden, dass wir früher nach Hause kommen sollen????

 

Gedanken über Gedanken …

So beschliessen der Prinz und ich, dass wir es bleiben lassen. Soll der Prinz allein mit einem Kumpel gehen und ich bleibe zu Hause und hüte das Kind.

Irgendwie gefällt mir der Gedanke daran aber auch nicht. Wir hatten uns doch so auf den Abend gefreut.

Wir sprechen mit U und G und teilen ihnen mit, wie der Stand der Dinge ist und dass wir noch überlegen wollen, ob wir nun wirklich fahren werden. Zum Glück können wir es bis ganz zum Schluss offen lassen … (die beiden wohnen im selben Haus).

 

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verläuft wieder wie gewohnt. Jopi schläft und muckst sich nicht. Ich frage die Godi um Rat und sie bestärkt mich darin, unbedingt den Abend mit meinem Mann allein zu verbringen. Nur weil Jopi einmal ausserplanmässig geschlafen hat, sollte das doch nicht gleich bedeuten, dass das nun in den Folgenächten eben auch der Fall sein sollte.

 

Und so beschliessen wir, es einfach mal darauf ankommen zu lassen. Es gibt schliesslich nur zwei Optionen:

Entweder es geht gut oder eben nicht.

Wir beschliessen, es wird gutgehen.

 

Mittwoch abend, 1830. U steht vor der Tür. Jopi begrüsst sie, gluckst und freut sich und überhaupt ist die Lage ziemlich entspannt.

Ich sage U, wann was zu tun ist, falls Josef wach würde, ansonsten zeige ich ihr, wo das Abendessen steht, die Getränke sind und das Süsse habe ich schon mal in Schälchen drappiert und bereit gestellt. Schliesslich sollen sich die beiden auch wohl fühlen, wenn sie schon das Babyfon hüten und gebannt lauschen, ob aus dem Kinderzimmer was zu hören ist.

 

Kurz vor 1900 mach der kleine Mann allerdings nicht die geringsten Anstalten müde zu sein oder gar schlafen zu wollen … Verdammt, wenn der Plan jetzt nicht aufgeht … Doch fangen wir erst mal mit dem Ritual an und sehen dann weiter.

Ich mache Jopi bettfertig, noch ein Gutenachtkuss für alle Anwesenden und dann ab ins Zimmer zum Trinken und Schlafen.

Schon während des Trinkens fallen dem Mupfel die Augen zu, er fährt runter und bald schon wünsche auch ich eine gute Nacht und verlasse den Raum.

 

Zurück im Wohnzimmer empfängt mich der Prinz mit einem Bier.

„Trink mal und komm runter.“ Alles wird gut.

Wir stossen mit den Nachbarn noch auf einen schönen (und für sie ruhigen) Abend an und machen uns um 1925 auf den Weg nach Mannheim. Mein Mann greift mir noch ein Unterwegsbier, damit ich nicht mehr ganz so nervös bin und allmählich merke ich, wie ich ruhiger werde und mich sogar auf der Fahrt mit ihm über ganz andere Dinge, als unser schlafendes Kind unterhalten kann.

 

Im Capitol kommen wir noch pünktlich an, ich darf noch ein Gläschen trinken und völlig entspannt und gut gelaunt nehmen wir dann auf der Loge Platz und geniessen das Konzert.

Zugegeben, hin und wieder habe ich auf’s Handy geschaut, doch eben nicht allzu oft … Naja, vielleicht so 10 mal in fast 4 Stunden.

Beim nächsten Mal wird’s besser … Ich glaube, das ist auch ein Stück normal, wenn man zum ersten mal allein was ohne sein Kind unternimmt und es mal nicht der Partner ist, der aufpasst. Beim nächsten mal wird’s einfacher … und normaler … und wir haben Blut geleckt … Wir brauchen Zeit für uns. Kinderfreie Zeit. Hin und wieder … Und das wollen wir jetzt regelmässiger tun … Wenn es geht …

 

Zu Hause angekommen, sitzen U und G ganz entspannt auf dem Sofa, im Kinderzimmer ist’s ruhig und U weiss zu berichten, dass sie einmal zum Jopmann rein musste, da er bitterlich weinte. Mit Schnuller im Mund sass er im Bett und träumte wohl mit offenen Augen. Sie konnte ihn hinlegen, ein wenig seine Wange streicheln und schon war er wieder eingeschlafen. Tief und fest. Bis heute früh um 0600 !!!

 

Schön, dass wir uns am Ende doch dafür entschieden haben, gemeinsam zum Konzert zu gehen …

Beim nächsten mal trinke ich nur etwas weniger … Ich hatte nämlich einen leichten Hangover am Morgen :-)

 

Hicks.

 

Gehabt euch wohl.

 

Eure Jana