Donnerstag, 22. Mai 2014

#Vollpfosten.



Manch geneigter Leser wird wissen, dass ich in dem ein oder anderen Sozialen Netzwerk unterwegs bin. Und genau da laufen mir seit geraumer Zeit folgende Postings meiner Freunde über den Weg (Anmerkung der Redaktion: Text wurde frei erfunden): „Sommer, Sonne, Sonnenschein #eigener Garten #Sommersaison 2014 #jetzt wird’s heiss.“ So, oder so ähnlich lauten die Postings, immer das „Nummern-Zeichen“ davor, und ich Vollpfosten weiss nicht, was das soll.
Zuerst dachte ich: Voll kompliziert, so zu posten.
Eine Weile später dachte: Super, da geht wieder ein Trend an Dir vorbei.
Aber davon mal ganz abgesehen, es wäre nicht der erste Trend, der zur Zeit an mir vorbei geht, denn seit ich Mutter bin, vergesse ich regelmässig Geburtstage, eigene Termine, manchmal vergesse ich sogar, zu essen, zu trinken – also meinen eigenen Grundbedürfnissen nachzugehen. Und ich gestehen, manchmal vergesse ich sogar das Zähneputzen. Meist fällt es mir gegen Mittag ein … Naja, immerhin.

Vor ein oder zwei Wochen habe ich dann aus dem TV erfahren, dass sich ein Wort, das mit einem # am Anfang versehen ist, „Hashtag“ nennt. „Taggen“, „liken“, „poken“, „unfrienden“ – all das waren mir bislang gängige Begriffe und der Bedeutung war mir auch soweit klar … Jetzt kam eben noch der (oder das) Hashtag dazu. Jetzt wusste ich zwar, was es ist, doch es war mir bislang nicht klar, wofür und wann man es benutzt …
Seit heute früh weiss ich es (meiner Freunde sei Dank).

#mich, oder #mich nicht … #damit nix am Hut.
Viel wichtiger als das ist: Projekt Unpuck Josef! Die dritte Nacht haben wir inzwischen hinter uns gebracht. Während ich noch in der zweiten Nacht gegen Mitternacht wieder zum Pucken übergegangen bin, da Josef wieder sehr unruhig schlief, haben wir es in der vergangenen Nacht vollständig ohne Pucken geschafft.
Irgendwie ist das Entwöhnen vom Pucken, wie eine Art Befreiung für mich selbst. Es fühlt sich so gut an, sein Kind abends „normal“ ins Bett legen zu können und zu wissen, er kann ungepuckt schlafen. Josef’s Reflexe haben sich zumindest so weit zurückgebildet, dass er nicht mehr von jedem Zucken seines Ärmchens wach wird. Und er sieht so schön aus, wenn er schläft.

Gestern abend habe ich den Jopmann um 1919 zu Bett gebracht und um Mitternacht wurde er zum ersten Mal wach. Da er so unruhig war und er derzeit einen grösseren Appetit hat, als sonst, gab ich ihm bereits um Mitternacht sein Fläschen … Und siehe da, er hat’s restlos leergetrunken und ist unmittelbar danach eingeschlafen. Geschlafen hat er dann wieder bis kurz vor 0500. Gleiches Spiel haben wir dann nochmal gemacht und um 0630 war er dann ausgeschlafen und wach, wobei er sich lokker 20 Minuten mit sich selbst beschäftigte, bevor ich nach ihm gesehen habe …

Über die letzten drei Abende war jedenfalls eine deutliche Verbesserung zu erkennen.

Nacht 1:
1930 – ins Bett bringen
2230 – zum ersten mal wach werden
2330 – erneutes wach werden
0000 – Josef war hellwach und lag singend im Bett
0030 – pucken und weiterschlafen
0300 – Flasche
0530 – aufwachen

Nacht 2:
1930 – ins Bett bringen
2300 – zum ersten mal wach werden
0000 – erneutes wach werden und pucken
0200 – Flasche
0430 – kurzes Aufwachen
0600 – wach werden

Nacht 3:
1919 – ins Bett bringen
0000 – zum ersten mal wach werden und Flasche
0445 – zum zweiten mal wach werden und Flasche
0630 – wach werden

Jetzt freu ich mich erst mal darauf, dass die Freundin heute zu Besuch kommt … Etwas Unterstützung kann ich schon gut gebrauchen, da mir meine Erkältung noch immer sehr in den Knochen steckt.
Und morgen kommt der Prinz auch wieder …

Gehabt euch wohl und bis demnächst.
Eure Jana

Dienstag, 20. Mai 2014

Projekt: Unpuck Josef ...



… Die Erste.



In der ersten Etappe schlief der kleine Mann bis 2230 durch !!! Respekt. Das hat bisher noch nie geklappt – also nicht ungepuckt.
Nachdem ich ihm 2 mal den Schnuller wieder geben musste, schlief er dann bis 2345.
Leider war es dann mit der Nachtruhe vorerst vorbei. Alles Wiegen und Tragen und Summen hat nichts gebracht. Josef war hellwach und wann immer ich ihn hinlegte, ging es direkt weiter mit Strampeln, Füsse anfassen, Brabbeln und Lachen.
Ich bin ja echt froh, dass wir so ein lustiges und gutgelauntes Kerlchen haben, aber das „muss“ nun wirklich nicht mitten in der Nacht sein.
Kurz vor 0100 beschloss ich dann, das Projekt vorerst abzubrechen. Der Jopmann war noch nicht richtig „eingepackt“, schon waren die Augen zu und er schlief …

Und er schlief bis 0300. Es war der Hunger, der ihn trieb. Nach der Flasche ist er sofort wieder eingeschlafen und um 0600 habe ich ihn dann zum ersten mal gehört, was allerdings nicht heisst, dass er nicht schon eine Weile zuvor wach war. Seit Neustem liegt mein Wonneproppen nämlich wach in seinem Bettchen und unterhält sich mit sich selbst bevor er sich etwas lauter bemerkbar macht … Und meist macht er das mit Lachen oder lautem Rumglucksen …

Heute am Tag haben wir allerdings das Schlafen ohne Pucksack weiter geübt und heute abend werden wir selbstverständlich mit unserem Projekt fortfahren. So schnell geben wir nicht auf … Und da mir klar war, dass das nicht von heute auf morgen geht, bin ich noch immer bereit, weitere Nächte zu investieren.

Gestern und heute hatte ich allerdings auch eine kleine Unterstützung. Unser lieber Nachbar hat sich gestern und heute bereit erklärt, mit Josef Schieben zu gehen, damit ich mich mal ein Stündchen hinlegen kann. Das habe ich auch getan, denn die Erkältung schafft mich schon ganz schön – vor allem der Husten, der mich nachts nicht schlafen lässt und so kann ich eine kleine Oase am Tag ganz gut gebrauchen.

Den Prinzen vermisse ich allerdings ganz schön. Bislang waren wir immer mal wieder ein-zwei-drei Tage „getrennt“ … Es ist das erste mal, dass er nun eine ganze Woche weg ist und dann gleich so weit weg und überhaupt – ich mag das nicht …

Dann will ich mal den Garten und das Hochbeet wässern gehen und so langsam mit den Vorbereitungen fürs Zubettgehen starten :-)

Gehabt euch wohl,
Eure Jana

Montag, 19. Mai 2014

Was ich vergass ...



… zu erwähnen.



Mutti gönnt sich erst mal nach getaner Arbeit ein „Köpi“ (für all jene, die nicht wissen, was ein „Köpi“ ist: König Pilsener). Es ist des Prinzen bevorzugte Brause … und sie ist kalt … und sie tut meinem geschundenen Hals gut.
Seit Freitag abend plagen mich enorme Halsschmerzen … Seit Samstag abend plagt mich zudem noch ein enormer Reizhusten … Seit Sonntag bin ich Strohwitwe, da der Prinz in Frankreich „Steine suchen“ ist … Soviel zu meinem derzeitigen Status.
Ach ja, und seit Samstag ist auch der Jopmann ein wenig verschnupft … Doch während es bei ihm wieder soweit so gut ist, hänge ich mächtig durch.

Doch was vergass ich jetzt eigentlich? Ach ja, beim letzten Blog vergass ich die U4 !!!! Welch ein Faux Pas … Mein Jopmann hatte die U4 !!! Die erste Impfung rief ein wenig Fieber hervor, zwei drei unruhige Nächte (die gar nicht weiter ins Gewicht fielen, da sie sich kaum von den anderen unterschieden) und ziemlich rote Wangen. Weiter nichts. Ansonsten brachte der Zwerg 7050 g auf die Waage und ganze 67 cm. Ziemlich agil und aufgeweckt … Und jetzt dreht er sich auch schon ganz allein vom Rücken auf den Bauch. Retour sind es meist nur Zufallstreffer :-)
Ach, ich war ziemlich sehr zufrieden, dass bei der U4 alles gut war …

Was sonst noch geschah: Der Prinz und ich haben nun entschieden, dass der Jopmann nun doch getauft werden soll. Mir ist das irgendwie wichtig, dem Prinzen weniger. Wir werden den Jopmann wohl auch katholisch taufen lassen. Und damit das geschehen kann, braucht der Jopi eben auch einen Paten bzw. eine Patin. Und keine eignet sich besser dafür, als das Schwörerschwesterchen. Und die hat auch direkt zugesagt und angenommen und sich auch so sehr darüber gefreut. Ich mich ehrlich gesagt auch … Jetzt muss nur noch ein passender Termin gefunden werden und ich weiss seit heute, dass die Kirche im Ort eine katholische ist. So werde ich demnächst mal beim Pfarrer vorsprechen … Mal sehen, was er sagt … Und wenn das erledigt ist, kann ich mal in die Feinplanung einsteigen, denn das erklärte Ziel ist, die Taufe noch im Oktober durchzuführen … Falls der Termin nicht klappt, dann werden wir ins Frühjahr 2015 ausweichen.

Parallel dazu sind wir natürlich noch dran, den Krippenplatz für Jopi klarzumachen. Leider kann man uns im Ort keine Zusage für Januar 2015 machen. Also jetzt noch nicht. Wir müssen warten. Wir können aber nicht warten, da wir bei der zweiten Option bereits im Juni den Antrag stellen müssen, damit Jopi eine Chance hat, ein halbes Jahr später aufgenommen werden zu können. Und so habe ich heute den Antrag für die firmeneigene private Einrichtung fertig gemacht und auf den Weg gebracht. Jetzt warten wir mal, wer sich zuerst rüht.
Ich hoffe ja noch immer darauf, dass wir im Ort einen Platz für Josef bekommen. Würde die Sache insofern erleichtern, als dass der Prinz den Jopmann morgens bringen und ich ihn abends holen kann. Wenn das nicht geht, müsste ich immer holen und bringen und mein Traum vom Homeoffice-Tag wäre dahin.
Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Warten wir es weiter ab.

Seit heute läuft allerdings auch das Projekt: Unpuck Josef. Schlief mir der Zwerg bislang immer nur gepuckt ein (aber eben auch nicht durch), so ist mir sehr daran gelegen, ihm das Pucken jetzt so allmählich mal abzugewöhnen. Heute ist der Auftakt dazu. Sein Zimmer ist hermetisch abgeriegelt (es riecht allerdings sehr lekker darin, denn ich habe ihm Brust und Rücken mit dem Thymian-Myrthe-Balsam der Bahnhofsapotheke Kempten eingerieben), das neue Babyphon scheint gut zu funktionieren und ich werde es heute mal austesten, wie gut oder schlecht der Jopmann schlafen wird.
Es wird gewiss nicht auf Anhieb gut klappen, doch ich bin bereit, die nächsten Nächte zu investieren … Denn nur Übung macht den Meister und nur so kann Jopi seine Schreckhaftigkeit ablegen.
Das Einschlafen gestaltete sich jedoch schon mal recht „problemlos“. Trinken, wie sonst auch, ein Gebet sprechen, wie sonst auch, das Nachtlicht, wie sonst auch und ein bisschen im Arm wiegen, wie sonst auch. Nur beim Hinlegen musste ich noch ein wenig länger sitzen bleiben und das linke Händchen festhalten, da dieses immer wieder ins Gesicht und an den Schnuller wollte … Erst als er eingeschlafen war, konnte ich mich entfernen und seither schläft er. Und das ist nun genau 58 Minuten her (es ist jetzt 2029).

Und damit ich heute auch etwas mehr Schlaf bekomme, verabschiede ich mich an dieser Stelle.
Gehabt euch wohl.

Eure Jana

Mittwoch, 14. Mai 2014

Full Moon.



Einige schlaflose Nächte liegen bereits hinter uns. Unser Jopmann ist mondfühlig. Bei Fastvollmond und bei Vollmond kann er nicht schlafen. Stattdessen liegt er mit weit geöffneten Augen in seinem Bett und „heult“. Also das Heulen ist kein Heulen im Sinne von Heulen, sondern er „redet“. Er unterhält sich. Mit wem auch immer. Er gluckst munter vor sich hin und während ich noch ein wenig schlafen könnte, liege ich in meinem Bett und lache vor mich hin, weil es einfach zu lustig ist. Hat er genug vom Erzählen, macht er sich bemerkbar und möchte in den Schlaf gewiegt (gewogen) werden … Letzte Nacht hat das leider nicht geklappt. Es quälte ihn der Darm, der Reflux, ein wenig erhöhte Temperatur … Ach, da waren so viele Dinge, die ihn wohl beschäftigten, so dass der arme kleine Wurm gar nicht in den Schlaf finden konnte. Ich allerdings auch nicht. Und so vertrieben wir uns gemeinsam die Zeit, bis Jopi gegen 0430 dann doch endlich für ein Stündchen einschlief …
Aber ich weiss ja, es ist alles nur eine Phase und nach ein paar schlechten Nächten wird bald auch wieder eine bessere Nacht folgen … Oder so … Alles wird gut.

Allerdings sorgte der Kleine heute doch noch für eine Überraschung. Ging ich schon davon aus, dass er sicherlich sehr quengelig sein würde nach dieser durchwachten Nacht, war er heute doch erstaunlich gut drauf. Geschlafen hat er tagsüber allerdings auch nicht wahnsinnig viel und getrunken eben auch nicht. Derzeit hat er seine Trinkmenge um gut ein Drittel reduziert – hin und wieder lässt er sogar eine ganze Flasche ausfallen … Scheint aber auch „normal“ zu sein, wenn Kinder in diesem „Alter“ hin und wieder weniger trinken … Sicher bereitet er sich ich wieder auf seinen nächsten „Sprung“ vor …
Einen hat er schon vorgestern gemacht. Ganz klammheimlich hat er geübt und jetzt kann er sich ganz allein und völlig ohne Unterstützung vom Rücken auf den Bauch drehen. Zurück geht’s nur mit Hilfe. Ich bin gespannt, was er noch so erlernt haben wird, wenn diese schwierigere Phase vorbei ist.

Heute waren Jopili und ich beim Zahnarzt. Also, er war mit mir dort. Gleich nach dem Frühstück packte ich seine Tasche, damit ich später nicht in Stress gerate und womöglich noch die Hälfte vergesse. Die schlaflose Nacht steckte mir allerdings noch in den Knochen, so dass ich die Gelegenheit nutzte, als sich der Prinz (dessen Elternzeit seit vergangenem Montag vorbei ist) zur Arbeit aufmachte, mich mit Jopi nochmal kurz hinzulegen. Als wir dann wieder wach waren, war es fast schon Zeit zum Losfahren. Schnell noch Jacke an, Wickeltasche schnappen, dies und das noch und rein ins Auto. In Ludwigshafen fällt mir ein, dass ich Jopi’s Milchmischung (seine Aptamil pre wird mit Johannisbrotkernmehl angedickt) vergessen habe. Verdammt. So ein Mist aber auch. Und dabei habe ich doch die Tasche so früh schon gepackt, damit ich nichts vergesse …
Naja, sei’s drum. Ich grätsche in der Drogerie ein, kaufe einen neuen Packen Aptamil pre und verzichte auf den Dickmacher. Auch auf die Gefahr hin, dass mein Kind diese Milch nicht trinken wird.
Der geneigte Leser wird sich nun fragen: Warum? Zu recht.
Es ist so, dass wir die Milch andicken sollen, weil wegen seinem Reflux. Je dicker die Milch, umso weniger kann wieder rauslaufen. Da es nicht Not tut, die sogenannte AR Nahrung zu kaufen, kaufen wir die normale Pre-Milch und dicken diese mit dem natürlichen Bindemittel an und erreichen damit das gleiche Ergebnis, mit dem Vorteil, dass das Kind weiterhin die Pre-Milch trinken kann.
Was ich aber eigentlich sagen wollte ist, damit er das dickflüssige Zeug auch saugen kann, mussten wir die Sauger entsprechend preparieren, sprich, die Löcher ein wenig aufstechen, damit es Josef beim Trinken leichter fällt.
Und jetzt stand ich da, mit der unangedickten Milch, dem grossen Sauger und einem Säugling, der es verlernt hat, so dünnflüssige Milch zu trinken. Die 100 ml, die er zum Mittagessen getrunken hat, haben ihn jede Menge Kraft gekostet. Die Hälfte wollte fast gar nicht im Mund bleiben und lief die Mundwinkel wieder raus, dann verschluckte er sich immer und immer wieder und am Ende gab er dann ganz auf, kuschelte seine Nase in sein Schnuffeltuch und schlief einfach ein.
Ach, was tat er mir leid … Doch Hunger schien er keinen (mehr) zu haben.

Und so frage ich mich, wie mir das passieren konnte, dass ich das Pülverchen zu Hause vergessen habe … Womöglich lag es daran, dass Jopi’s Tag heute mit einem warmen Bad begann, da die „Überraschung“ sehr gross war, als ich ihn aus dem Schlafanzug befreite … Der Body war heute definitiv nicht mehr zu retten und wanderte direkt in den grossen Mülleimer draussen …

Ich werde mir jetzt noch ein bisschen TV gönnen und vermutlich ganz bald schlafen gehen … Mal sehen, wie diese Nacht wird, denn heute ist erst Vollmond …

In diesem Sinne, gehabt euch wohl.
Eure Jana

Mittwoch, 7. Mai 2014

Me, my Tragetuch and I.



Heute. 0830 in Deutschland. Der Jopmann und ich finden uns im “Kirschbäumchen” ein. The place to be, wenn es um Trageberatung und Tragetücher aller Farben und Formen geht.
Und heute passierte dann auch das, was in letzter Zeit eher seltener passiert: Der Jopi ist mir auf dem Weg dorthin im Auto eingeschlafen. Tja, da stand ich nun mit einem schlafenden Kind bei der Trageberatung … Macht nix. Ging dann auch so. Während sich der Filius die Erholung holte, die er offensichtlich brauchte, lernte ich eifrig, wie man die Doppelkreuzdingens bindet und wie man die Hüfttrage bindet. Eine Babypuppe half mir beim Probieren … Alles gut soweit.

Was habe ich gelernt?
Tja, dass eben Tragen nicht immer die Lösung für alle Kinder ist. Und schon gar nicht ist jede Bindetechnik die richtige für das Kind. Mein Jopi muss sehen können, braucht ein wenig Bewegungsfreiheit und diese scheint ihm bei der Hüfttrage gegeben zu sein. Bei der Doppelkreuzdingens wohl auch, doch das muss ich mal draussen mit ihm ausprobieren. Ich weiss ja noch gar nicht, ob er sich das gefallen lässt.
Jedenfalls weiss ich jetzt auch, dass der Steg bei der Manduca auch zu breit ist und dies ggf. der Grund ist, warum sich Jopi darin nicht so richtig wohl fühlte. Jetzt gilt es das Gelernte umzusetzen … Vielleicht wird sich unser Sohn daran gewöhnen, vielleicht aber auch nicht …

Den Virus hat der Josef allerdings gut überstanden. Nach „nur“ 14 Tagen war dann auch der Durchfall endlich weg, das Gezwacke im Darm ist auch besser geworden und seither sind die Nächte auch wieder etwas ruhiger.
Naja, so richtig ruhig eben doch noch nicht … Josef wird noch immer verhältnismässig oft wach, da er den Schnuller verliert … Es ist eher eine Seltenheit, dass er mal 4-5 Stunden am Stück schläft.
In einem Selbstversuch konnte ich mehr über das Schlafverhalten von Josef herausfinden. Über Ostern und am vergangenen Wochenende liess ich den kleinen Mann mal neben mir im Bett schlafen. Josef gehört eindeutig zur Gattung der Treter und Strampler. Die ganze Nacht ist er aktiv. Er tritt und strampelt, was das Zeug hält. Hin und wieder stützt er sich mit den Beinen ab und drückt sich ins Hohlkreuz, während er sein Köpfchen von links nach rechts wirft.
Womöglich ist dies der Grund, weshalb er so schlecht und schwer in den Tiefschlaf findet.
Doch genau das wird das Thema am kommenden Freitag beim Kinderarzt sein.

Jopi hat nämlich seine U4 !!!! Und da gibt’s bestimmt auch die erste Impfung. Und damit ich keine einzige Frage an den Doc vergesse, habe ich mir schon mal einen Zettel mit den wichtigsten Stichpunkten geschrieben. Da kann doch nichts mehr schief gehen …

Irgendwie finde ich es schade, dass ich noch nichts von Josef’s Eskapaden berichten kann … Bislang tut sich noch nichts. Er brabbelt viel und munter vor sich hin, kräht und lacht und beschäftigt sich zuweilen recht lange mit sich selbst. Von der Unzufriedenheit, die ihn noch vor einigen Wochen plagte, ist kaum noch was vorhanden und geschrien wird eben auch nur noch ganz selten. Meist dann, wenn er sich mit dem Fingernagel selbst am Zahnfleisch kratzt. Es macht Spass, Josef beim Wachsen zuzusehen.
Was allerdings schwieriger wird, ist das Wickeln. Der kleine dreht und streckt und reckt sich auf dem Wickeltisch, dass es fast unmöglich ist, die Winde ordentlich anzulegen. Seit ich aber den Grund kenne, lass ich ihn gewähren. Josef hat nämlich zwei Freundinnen, die auf dem Wickeltisch wohnen.
Eine ist auf der Wundschutzcreme abgebildet, mit der erzählt er immer wieder gerne und hält einen kurzen Plausch und die andere ist auf den Wattepads abgebildet. Diese knutscht er regelmässig ab und lässt sie kaum los. Manchmal nimmt er sie sogar mit in den Stubenwagen und knabbert weiter an ihr rum …

Und dann haben wir unseren ersten Flug gebucht.
Up in the Air we go … Am 04. Juni heben wir ab. Richtung Kroatien. Die Grosseltern sind jetzt schon ganz aufgeregt und der Rest der Familie freut sich auch schon sehr. Und dann sind wir alle noch auf einer Hochzeit eingeladen. Da der Prinz arbeiten muss, wird er später nachfliegen und uns dann in Kroatien treffen … Ach, ich freu mich und bin schon mal sehr gespannt, wie das mit Jopi werden wird …

Als kleines Zwischenfazit kann ich ziehen:
Auch bei uns hat sich die 3-Monats-Grenzüberschreitung bemerkbar gemacht. Vieles hat sich gebessert, einiges ist schlechter geworden, doch die Tendenz ist klar zu erkennen.
Josef scheint doch ein recht zufriedener kleiner Kerl zu sein, der einfach so seine kleinen Problemchen hatte, ins Leben zu finden. Zuweilen macht es ihm zu schaffen, dass er gerne mehr tun würde wollen, es aber noch nicht kann oder aber wenn man ihn gewähren lässt, geht der Schuss auch mal nach hinten los. Gutes Beispiel hierfür ist, dass Josef immer sitzen möchte. Das kann er allerdings nicht. Noch nicht. Und so zieht er sich immer irgendwie nach oben, bis er „sitzt“. Dabei klappt sein Oberkörper wie ein kleines schweizer Klappmesser vorne wieder fast zusammen. Dabei drückt es ihm auf den Magen. Dieser hat ja das Problem, dass der Muskel am Mageneingang ja noch nicht so will, wie er soll (daher sein Reflux) und somit läuft dann die Plörre nach einer Weile oben wieder raus. Das gefällt dem kleinen Grossmeister dann auch wieder nicht und dann ist das Gebrüll wieder gross …

Ich für meinen Teil kann sagen, es wird ein bisschen einfacher, leicht keinesfalls. Vor allem aber: Es wird anders. Und das ist gut so. Derzeit scheint sich wohl wieder etwas anzubahnen. Daher die vermehrte Unruhe, vielleicht auch das Schlafproblem, das weniger Trinken etc. Warten wir die nächsten Wochen ab und dann werden wir sicherlich feststellen, dass der Kleine Mann wieder was Neues kann …

Und bis es soweit ist, geniessen wir noch des Prinzen letzte Elternzeitwoche, bevor sich der Miniprinz wieder nur mit der Frau Mama tagsüber vergnügen muss …

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, es ist kurz nach 2100 … Zeit zum Schlafengehen …

Gehabt euch wohl und schlaft recht fein.
Eure Jana.