Einige
schlaflose Nächte liegen bereits hinter uns. Unser Jopmann ist mondfühlig. Bei
Fastvollmond und bei Vollmond kann er nicht schlafen. Stattdessen liegt er mit
weit geöffneten Augen in seinem Bett und „heult“. Also das Heulen ist kein Heulen
im Sinne von Heulen, sondern er „redet“. Er unterhält sich. Mit wem auch immer.
Er gluckst munter vor sich hin und während ich noch ein wenig schlafen könnte,
liege ich in meinem Bett und lache vor mich hin, weil es einfach zu lustig ist.
Hat er genug vom Erzählen, macht er sich bemerkbar und möchte in den Schlaf
gewiegt (gewogen) werden … Letzte Nacht hat das leider nicht geklappt. Es
quälte ihn der Darm, der Reflux, ein wenig erhöhte Temperatur … Ach, da waren
so viele Dinge, die ihn wohl beschäftigten, so dass der arme kleine Wurm gar
nicht in den Schlaf finden konnte. Ich allerdings auch nicht. Und so vertrieben
wir uns gemeinsam die Zeit, bis Jopi gegen 0430 dann doch endlich für ein
Stündchen einschlief …
Aber
ich weiss ja, es ist alles nur eine Phase und nach ein paar schlechten Nächten
wird bald auch wieder eine bessere Nacht folgen … Oder so … Alles wird gut.
Allerdings
sorgte der Kleine heute doch noch für eine Überraschung. Ging ich schon davon
aus, dass er sicherlich sehr quengelig sein würde nach dieser durchwachten
Nacht, war er heute doch erstaunlich gut drauf. Geschlafen hat er tagsüber
allerdings auch nicht wahnsinnig viel und getrunken eben auch nicht. Derzeit
hat er seine Trinkmenge um gut ein Drittel reduziert – hin und wieder lässt er
sogar eine ganze Flasche ausfallen … Scheint aber auch „normal“ zu sein, wenn
Kinder in diesem „Alter“ hin und wieder weniger trinken … Sicher bereitet er
sich ich wieder auf seinen nächsten „Sprung“ vor …
Einen
hat er schon vorgestern gemacht. Ganz klammheimlich hat er geübt und jetzt kann
er sich ganz allein und völlig ohne Unterstützung vom Rücken auf den Bauch
drehen. Zurück geht’s nur mit Hilfe. Ich bin gespannt, was er noch so erlernt
haben wird, wenn diese schwierigere Phase vorbei ist.
Heute
waren Jopili und ich beim Zahnarzt. Also, er war mit mir dort. Gleich nach dem
Frühstück packte ich seine Tasche, damit ich später nicht in Stress gerate und
womöglich noch die Hälfte vergesse. Die schlaflose Nacht steckte mir allerdings
noch in den Knochen, so dass ich die Gelegenheit nutzte, als sich der Prinz
(dessen Elternzeit seit vergangenem Montag vorbei ist) zur Arbeit aufmachte,
mich mit Jopi nochmal kurz hinzulegen. Als wir dann wieder wach waren, war es
fast schon Zeit zum Losfahren. Schnell noch Jacke an, Wickeltasche schnappen,
dies und das noch und rein ins Auto. In Ludwigshafen fällt mir ein, dass ich
Jopi’s Milchmischung (seine Aptamil pre wird mit Johannisbrotkernmehl
angedickt) vergessen habe. Verdammt. So ein Mist aber auch. Und dabei habe ich
doch die Tasche so früh schon gepackt, damit ich nichts vergesse …
Naja,
sei’s drum. Ich grätsche in der Drogerie ein, kaufe einen neuen Packen Aptamil
pre und verzichte auf den Dickmacher. Auch auf die Gefahr hin, dass mein Kind
diese Milch nicht trinken wird.
Der
geneigte Leser wird sich nun fragen: Warum? Zu recht.
Es
ist so, dass wir die Milch andicken sollen, weil wegen seinem Reflux. Je dicker
die Milch, umso weniger kann wieder rauslaufen. Da es nicht Not tut, die
sogenannte AR Nahrung zu kaufen, kaufen wir die normale Pre-Milch und dicken
diese mit dem natürlichen Bindemittel an und erreichen damit das gleiche Ergebnis,
mit dem Vorteil, dass das Kind weiterhin die Pre-Milch trinken kann.
Was
ich aber eigentlich sagen wollte ist, damit er das dickflüssige Zeug auch
saugen kann, mussten wir die Sauger entsprechend preparieren, sprich, die
Löcher ein wenig aufstechen, damit es Josef beim Trinken leichter fällt.
Und
jetzt stand ich da, mit der unangedickten Milch, dem grossen Sauger und einem
Säugling, der es verlernt hat, so dünnflüssige Milch zu trinken. Die 100 ml,
die er zum Mittagessen getrunken hat, haben ihn jede Menge Kraft gekostet. Die
Hälfte wollte fast gar nicht im Mund bleiben und lief die Mundwinkel wieder
raus, dann verschluckte er sich immer und immer wieder und am Ende gab er dann
ganz auf, kuschelte seine Nase in sein Schnuffeltuch und schlief einfach ein.
Ach,
was tat er mir leid … Doch Hunger schien er keinen (mehr) zu haben.
Und
so frage ich mich, wie mir das passieren konnte, dass ich das Pülverchen zu
Hause vergessen habe … Womöglich lag es daran, dass Jopi’s Tag heute mit einem
warmen Bad begann, da die „Überraschung“ sehr gross war, als ich ihn aus dem
Schlafanzug befreite … Der Body war heute definitiv nicht mehr zu retten und
wanderte direkt in den grossen Mülleimer draussen …
Ich
werde mir jetzt noch ein bisschen TV gönnen und vermutlich ganz bald schlafen
gehen … Mal sehen, wie diese Nacht wird, denn heute ist erst Vollmond …
In
diesem Sinne, gehabt euch wohl.
Eure
Jana
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