Mutti
und das Beruhigungsbier – Die Erste.
Gestern
war nun also der „grosse“ Tag.
Der
Prinz und sollten des Prinzen Weihnachtsgeschen (Tickets ins Capitol Mannheim
zur Jazzkantine) einlösen. Der Prinz hat sich schon eine ganze Weile sehr
darauf gefreut – nicht zuletzt deswegen, da es für uns beide der erste Abend
allein seit Jopi’s Geburt hat sein sollen …
Ui,
was waren wir aufgeregt …
Der
Plan war folgender:
1830
– Babysitter U und G kommen vorbei
1900
– Jopi wir von uns zu Bett gebracht
1920
– Aufbruch nach Mannheim
2000
– Konzertbeginn
Soweit
so gut.
Sonntag
Abend war noch immer alles wunderbar. Jopi geht schlafen und er schläft den
Schlaf der Gerechten bis zum Morgengrauen.
Am
Montag Abend fängt das Grauen bereits nach dem Einschlafen an. Jopi hat noch
keine 30 Min geschlafen und schon meldet er sich. Wir gehen rein ins Zimmer,
wieder raus aus dem Zimmer, wieder rein und wieder raus … Und immer weiter …
Bis kurz nach 2100 … Wir beschliessen, den Mupfel aus dem Bett zu nehmen –
schlafen möchte er ja offensichtlich nicht. Und so spielt der Knirps bis 2230,
ohne Anzeichen von Müdigkeit.
Wir
sind ratlos. Sofort denken wir an das bevorstehende Konzert … Was tun, wenn das
auch am Mittwoch abend passiert? Wird er sich von U und G beruhigen lassen?
Werden wir angerufen werden, dass wir früher nach Hause kommen sollen????
Gedanken
über Gedanken …
So
beschliessen der Prinz und ich, dass wir es bleiben lassen. Soll der Prinz
allein mit einem Kumpel gehen und ich bleibe zu Hause und hüte das Kind.
Irgendwie
gefällt mir der Gedanke daran aber auch nicht. Wir hatten uns doch so auf den
Abend gefreut.
Wir
sprechen mit U und G und teilen ihnen mit, wie der Stand der Dinge ist und dass
wir noch überlegen wollen, ob wir nun wirklich fahren werden. Zum Glück können
wir es bis ganz zum Schluss offen lassen … (die beiden wohnen im selben Haus).
Die
Nacht von Dienstag auf Mittwoch verläuft wieder wie gewohnt. Jopi schläft und
muckst sich nicht. Ich frage die Godi um Rat und sie bestärkt mich darin,
unbedingt den Abend mit meinem Mann allein zu verbringen. Nur weil Jopi einmal
ausserplanmässig geschlafen hat, sollte das doch nicht gleich bedeuten, dass
das nun in den Folgenächten eben auch der Fall sein sollte.
Und
so beschliessen wir, es einfach mal darauf ankommen zu lassen. Es gibt
schliesslich nur zwei Optionen:
Entweder
es geht gut oder eben nicht.
Wir
beschliessen, es wird gutgehen.
Mittwoch
abend, 1830. U steht vor der Tür. Jopi begrüsst sie, gluckst und freut sich und
überhaupt ist die Lage ziemlich entspannt.
Ich
sage U, wann was zu tun ist, falls Josef wach würde, ansonsten zeige ich ihr,
wo das Abendessen steht, die Getränke sind und das Süsse habe ich schon mal in
Schälchen drappiert und bereit gestellt. Schliesslich sollen sich die beiden
auch wohl fühlen, wenn sie schon das Babyfon hüten und gebannt lauschen, ob aus
dem Kinderzimmer was zu hören ist.
Kurz
vor 1900 mach der kleine Mann allerdings nicht die geringsten Anstalten müde zu
sein oder gar schlafen zu wollen … Verdammt, wenn der Plan jetzt nicht aufgeht …
Doch fangen wir erst mal mit dem Ritual an und sehen dann weiter.
Ich
mache Jopi bettfertig, noch ein Gutenachtkuss für alle Anwesenden und dann ab
ins Zimmer zum Trinken und Schlafen.
Schon
während des Trinkens fallen dem Mupfel die Augen zu, er fährt runter und bald
schon wünsche auch ich eine gute Nacht und verlasse den Raum.
Zurück
im Wohnzimmer empfängt mich der Prinz mit einem Bier.
„Trink
mal und komm runter.“ Alles wird gut.
Wir
stossen mit den Nachbarn noch auf einen schönen (und für sie ruhigen) Abend an
und machen uns um 1925 auf den Weg nach Mannheim. Mein Mann greift mir noch ein
Unterwegsbier, damit ich nicht mehr ganz so nervös bin und allmählich merke
ich, wie ich ruhiger werde und mich sogar auf der Fahrt mit ihm über ganz
andere Dinge, als unser schlafendes Kind unterhalten kann.
Im
Capitol kommen wir noch pünktlich an, ich darf noch ein Gläschen trinken und
völlig entspannt und gut gelaunt nehmen wir dann auf der Loge Platz und
geniessen das Konzert.
Zugegeben,
hin und wieder habe ich auf’s Handy geschaut, doch eben nicht allzu oft … Naja,
vielleicht so 10 mal in fast 4 Stunden.
Beim
nächsten Mal wird’s besser … Ich glaube, das ist auch ein Stück normal, wenn
man zum ersten mal allein was ohne sein Kind unternimmt und es mal nicht der
Partner ist, der aufpasst. Beim nächsten mal wird’s einfacher … und normaler …
und wir haben Blut geleckt … Wir brauchen Zeit für uns. Kinderfreie Zeit. Hin
und wieder … Und das wollen wir jetzt regelmässiger tun … Wenn es geht …
Zu
Hause angekommen, sitzen U und G ganz entspannt auf dem Sofa, im Kinderzimmer
ist’s ruhig und U weiss zu berichten, dass sie einmal zum Jopmann rein musste,
da er bitterlich weinte. Mit Schnuller im Mund sass er im Bett und träumte wohl
mit offenen Augen. Sie konnte ihn hinlegen, ein wenig seine Wange streicheln
und schon war er wieder eingeschlafen. Tief und fest. Bis heute früh um 0600
!!!
Schön,
dass wir uns am Ende doch dafür entschieden haben, gemeinsam zum Konzert zu
gehen …
Beim
nächsten mal trinke ich nur etwas weniger … Ich hatte nämlich einen leichten
Hangover am Morgen :-)
Hicks.
Gehabt
euch wohl.
Eure
Jana
Erich Fromm hat gesagt: "Wenn man die Möglichkeit hat, die Wirkung einer Mutter mit echter Selbstliebe zu beobachten, kann man feststellen, daß es für ein Kind und sein Erlebnis dessen, was Liebe, Freude und Glück sind, nichts Förderlicheres gibt, als von einer Mutter geliebt zu werden, die sich selbst liebt."
AntwortenLöschenMal abgesehen davon, dass das auch für Väter bzw. ganz allgemein für Eltern gilt.: Es ist unglaublich wichtig, bei allen Anforderung und täglichem Stress, den Problemen mit Kitas, Tagesmüttern usw. auch das eigene Wohlbefinden niemals zu vergessen. Ja, ich weiß wie schwer das oft sein mag; Vor allem, wenn man keine familiäre Unterstützung z.B. durch Großeltern am Ort hat. All die Anforderungenen unter einen Hut zu bekommen ist schon schwer und stressig genug: Kind, Beruf, Leben...Aber diejenigen Eltern sind ein wirkliches Glück für die Kinder, die auch mal an sich denken, die die eigene Zufriedenheit und das eigene "Seelenheil" beachten. Sie sind auf Dauer ein viel größeres Glück für ihre Kinder als Eltern, die meinen immer "da sein" zu müssen.