Dienstag, 15. Dezember 2015

Wie war das noch im Mittelteil in 2015?




 

 

Die Zeit der duftenden Backstuben, Christstollen, Plätzchen, Jahresrückblicke, Wunschzettel, Adventskränze, Lichterketten, Kerzen, Glühmärkte uvm. hat uns wieder voll im Griff. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Leben hektischer und weniger ruhiger und besinnlicher wird. Die Innenstädte sind brechend voll, kein Parkplatz mehr frei, ein Glühmarktstand voller als der andere … Ach, irgendwie ist dieser Kelch in diesem Jahr an mir vorbei gegangen.

 

Den ersten Glühwein habe ich gestern mit dem Prinzen zu Hause getrunken. Eine ganze Flasche vom Winzer unseres Vertrauens … Hatte auch was. Drei Kerzen des Adventskranzes leuchteten, meine neuen Herrnhuter Sterne am Fenster ebenfalls, der Jopmann hüpfte wie ein kleines aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend und trällerte munter seine Lieder vor sich hin … Hat auch was. Ist halt anders, als die Jahre zuvor …

 

Und dennoch, gerade zu dieser denke ich gerne über das Vergangene nach. Über die schönen und weniger schönen Momente … Und dabei fällt mir wieder mein Satz ein, den ich zu Beginn des Jahres mal zum Prinzen sagte: „Mal sehen, was 2015 für uns so bereit hält …“

… und dann bin ich froh, dass ich es nicht vorher schon weiss.

 

Wie auch immer das im Mittelteil noch war. Das Jahr war gespickt mit positiven und negativen Ereignissen bis Oberkante Unterkiefer. Ganz toll jedenfalls in diesem Jahr war und ist Josef’s Entwicklung. Aus meinem kleinen, hilflosen Baby ist ein kleiner wacher Geist herangewachsen, der von Tag zu Tag seine Selbständigkeit weiter entdeckt, dem der Schalk im Nacken sitzt, der einen eigenen Kopf entwickelt und immer besser weiss, was er will und was nicht.

Wir als Familie haben unseren Platz gefunden, sehen uns als Einheit und sind stolz darauf, was wir in der Kürze der Zeit gemeinsam haben erreichen können.

 

Weniger schön unser Urlaub, in dem wir ganz schön Euros lassen  mussten. Diese blöden Diebe, die uns so ziemlich alles unterm Hintern  weggeklaut haben, was man wieder zu Geld machen konnte … Zum Glück ist uns nichts passiert und wenigstens haben wir von der Versicherung einen Teil des Schadens erstattet bekommen.

Leider sind die persönlichen Schicksalsschläge nicht ausgeblieben … 2 ambulante Krankenhausaufenthalte beendeten leider das, worauf wir uns so sehr gefreut hatten … Doch auch hier weiss die Natur wohl ganz genau, was zu tun ist … Und seit Susanne mir das sagte, weiss ich eben auch, dass nicht jeder Apfel zu einem saftigen und knackigen Apfel am Baum heranwachsen kann …

 

Doch Sören Kiergegaard wusste ja schon: „Das Leben kann nur vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden“

Und so ist auch unser Blick nach vorne gerichtet …

 

Und so nehmen unsere Pläne endlich Gestalt an.

Der Prinz hat seinen neuen Job bereits Anfang Dezember angetreten. Derzeit pendelt er immer hin und her und nur so können wir die Wochenenden gemeinsam verbringen. Josef und ich versuchen unseren Alltag allein zu meistern, was uns in Summe ganz gut gelingt. Auch wenn Vieles etwas schwieriger umzusetzen ist, so wissen wir doch, dass alles nur begrenzt ist.

Und zwar so begrenzt, dass wir nun auch einen festen Termin haben:

                   10.02.2016

Das ist der Tag, an dem der LKW vor unserer Wohnung parken wird und die Möbelpacker all unser Hab und Gut darin verstauen werden. Anfang Februar wird mir die Aufgabe zuteil, Schrankinhalte in Kartons zu verstauen und mich systematisch durch alle Schränke zu arbeiten …

 

… um am 12.02.2016 mich wieder systematisch durch alle Kartons zu arbeiten, um deren Inhalt wieder in den neuen Schränken in unserem neuen Zuhause in Den Haag, NL zu verstauen.

 

Ja, unser neuer Lebensmittelpunkt wird ab dem nächsten Jahr Den Haag sein. Dort werden wir leben, arbeiten und Josef wird dort in eine niederländische Kita gehen. Ob er bereits zum 01.03.2016 wird beginnen können, wissen wir dann morgen.

Der Prinz hat in den vergangenen Wochen eine schöne neue Bleibe für uns gefunden, der Strand ist nur noch 12 Minuten mit dem Rad von unserem Zuhause entfernt und überhaupt scheint Den Haag einen so guten Eindruck auf ihn gemacht zu haben, dass ich selbst gar keine Bedenken habe, dort hinzuziehen …

Gesehen habe ich es selbst noch nicht, doch „schlimmer“ als nach Sao Paulo zu ziehen, ohne es gesehen zu haben, kann es gar nicht sein. Daher bin ich ganz guter Dinge und freue mir ein Loch in den Bauch, dass es bald losgehen wird.

 

Mit dieser Vorfreude im Bauch und einer tollen Aussicht auf 2016 lasse ich das Jahr 2015 gerne ausklingen, ziehe einen dicken Strich drunter und versöhne mich mit allem, was mir in diesem Jahr auch grosse Schmerzen bereitet hat und hoffe auf ein weniger turbulentes und weniger schmerzhaftes Jahr 2016.

 

Tot ziens …

 

Gehabt euch wohl,

Eure Jana

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