Montag, 24. März 2014

Ungeduld ...



… mein zweiter Vorname.


Einmal mehr habe ich dem Wunsch meines Sohnes nachgegeben und den Versuch, Josef in seinem Bett den Tagschlaf abhalten zu lassen, abgebrochen.
Stattdessen rein in den Astronautenanzug, Mütze bis über die Ohren und rauf auf’s Lammfell im Kinderwagen. Nun schläft er den Schlaf der Gerechten wieder auf dem Balkon … Wann wird er denn endlich mal in seinem Bett schlafen wollen?
An manchen Tagen fühle ich mich selbst, als hätte ich kein Zuhause, da ich dauerhaft mit Josef draussen sein muss, damit er den Schlaf bekommt, den er auch tagsüber benötigt.

Nachts ist es ähnlich. Dann ist es nicht mehr der Kinderwagen, dann ist es der MaxiCosi, der herhalten muss. Josef schläft wohl schon in seinem Bettchen ein, doch meist wird er nach 2 Stunden zum ersten mal kurz wach – Schnuller rein und gut – und dann wieder 2-3 Stunden später, da ihn der Hunger plagt. Sobald die Flasche leer ist und er wieder im Bettchen liegt, fängt die Unruhe an. Er wirft seine Ärmchen durch die Luft, strampelt, überstreckt sich, kriegt sich kurz wieder ein, macht einen ruhigen Eindruck und dann lässt ihn der Mororeflex wieder aufschrecken und –wachen. Alle Versuche, ihn im Bett zu beruhigen: singen, summen, leise reden, über’s Köpfchen streicheln, halbseitig pucken, komplett pucken … nichts hilft … Nur wenn er dann im MaxiCosi liegt, beruhigt er sich allmählich und schläft dann ein … Ein Arm ragt mit geballter Faust allerdings immer in die Höhe.

Während Josef unruhig schläft, kann ich dann schon wieder kein Auge mehr zutun, da dieses erneute Einschlafen viel zu lange dauert und ich dann nicht mehr so richtig müde bin, dass ich gleich einschlafen könnte. Also surfe ich munter durch’s Internet. Dabei befrage ich Dr. Google nach allem Möglichem und mache mir beim Lesen natürlich schon wieder die allerschlimmsten Gedanken.
Zugegeben, Josef’s Zappelei verunsichert mich ungemein. Vergleichsmöglichkeiten und Erfahrungswerte habe ich nicht, doch immerzu denke ich, dass andere Säuglinge viel ruhiger sind, ruhig im Bettchen liegen können und nicht wild mit den Armen und Beinen fuchteln, wie mein Zwerg dies tut.
Und beim Lesen durchs WWW erfahre ich Dinge wie beispielsweise, dass sich ein nicht zurückgebildeter Mororeflex negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann. Konzentrationsschwäche, Hyperaktivität, Ängste, nur um hier einige zu nennen.

Und einmal mehr mache ich den 10. Schritt vor dem ersten, höre schon wieder alle Alarmglocken läuten und bin gewillt am nächsten Morgen gleich wieder beim Kinderarzt auf der Matte zu stehen, ihm von meinen Sorgen und Ängsten zu berichten und Josef auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen, ob denn irgendwelche Anzeichen zu finden sind, dass er in der Entwicklung nicht jene Fortschritte macht, die seinem Alter entsprechend sind.

Immer mehr stelle ich fest, dass es nicht das Kind ist, welches mich fast zur Verzweiflung treibt, sondern dass ich des Übels Ursache bin. Wie schaffe ich es, mir mal nicht so viele Gedanken zu machen und die Dinge einfach mal ganz entspannt auf mich zukommen zu lassen? Wieso versuche ich Probleme jetzt schon lösen zu wollen, ohne zu wissen, ob sie überhaupt auftreten werden?
Woher kommt mein verschrobenes Bild, wie mein Baby zu sein hätte?
Und wie lernt man das mit der Gelassenheit?

Schlussendlich hilft es dann doch wieder an die frische Luft zu gehen, den Filius im Kinderwagen vor sich her zu schieben, sich an der blühenden Natur zu erfreuen und einfach mal für’s Internet keine Hand frei zu haben, sondern stattdessen ein lekkeres laktosefreies Schokoeis zu schlotzen …

In diesem Sinne, Jopi und ich sind dann mal am Rhein spazieren …

2 Kommentare:

  1. Einen sehr schönen Blog hast Du! habe mich direkt mal als Mitglied bei Dir registriert! Wäre schön wenn Du bei mir auch mal rein stöberst und vielleicht auch bei mir Mitglied wirs, denn ich habe auch erst 3.

    GLG Michelle

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  2. Ich erkenne mich in manchen deiner Texte....;)

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