Montag, 7. April 2014

Die kleine Made ...



… im Weltall !


Das ist es, was der Prinz mit dem Jopmann spielt … Dabei holt er den Kleinen aus dem Stubenwagen, hält ihn senkrecht  vor seinen Oberkörper, zählt den Countdown und startet mit ihm durch wie eine Rakete, um ihn dann über seinem Kopf – á la Dirty Dancing – durch die Wohnung fliegen zu lassen … Herrliches Glucksen und ein breit strahlender Jopmann ist zu vernehmen und zu bewundern …
Herrlich.
Wir nähern uns der 3-Monats-Grenze …
Und es ist erstaunlich, dass man fast täglich Änderungen feststellen kann …
Und all diese Veränderungen reichen von himmelhoch jauchzend, bis hin zu tode betrübt …

Letzte Woche, nachdem wir in der Spezialambulanz waren – ich berichtete davon – hatten wir den Termin bei der Cranio-Sacral-Therapeutin … Zugegeben, ich war gespannt, was da so auf uns zukommen würde und ging irgendwie auch ohne grosse Erwartungen dort hin … Was folgte war ein ewig langes Gespräch über die ersten Wochen mit Josef zu Hause, meine Gefühle, meine Gedanken und als der Sohnemann dann endlich aus dem Maxi-Cosi-Schlaf erwachte, folgte das Handauflegen und das angebliche Spüren irgendwelcher Energiefelder. Nein, ich mach mich nicht lustig darüber, doch irgendwie fand ich das spookie und konnte damit auch nicht so recht was anfangen. Josef erduldete das alles brav, erzählte mir von seinen Erfahrungen und lachte was das Zeug hielt. Nach einer Stunde hatte er dann die Nase voll davon und brachte das auch lautstark zum Ausdruck. Josef brüllte mal wieder, als ginge es um Leben und Tod. Er war einfach nicht zu beruhigen und so machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Die Dame bat mich allerdings, mich nach zwei Tagen wieder bei ihr zu melden und ihr von den Veränderungen, die ich bei Josef beobachten werde, zu berichten. Sie wollte mir allerdings nicht verraten, in welche Richtung das ganze gehen wird.

Der nächste Tag begann ganz normal. Wie immer eigentlich. Ein gut gelaunter Josef, der fröhlich glucksend in seinem Stubenwagen liegt. Nach seiner ersten Flasche kippt die Stimmung. Josef schreit und schreit und schreit. Am Ende schreit er nur noch und ich weiss weder ein noch aus. Ein grausamer Tag. Und ich war echt froh, als dieser dann endlich mal zu Ende war.
Zwei Tage später rufe ich bei der Tante an und berichte ihr, dass alles noch viel viel schlimmer war, als es vorher war, was sie mit einem: „Das habe ich mir gedacht!“ quittierte. Super, da hatte ich es nun … Die Selbstheilungskräfte sollen aktiviert worden sein.

Am nächsten Morgen finden wir uns beim Kinderarzt des Vertrauens ein. Blutabnahme und EEG stehen auf dem Programm. Der KiA empfängt uns, Josef schläft. Wir beratschlagen ob wir ihn überhaupt wecken wollen. Am Ende beschliessen wir gemeinschaftlich, dies zu tun, denn falls sich die Sache mit dem Reflux nicht verwachsen sollte, dann sei der Test auf Kuhmilchallergie und so weiter das erste, was untersucht würde. So weckte der Doc den Miniprinzen und mein Mutterherz blutet. Das sah so grausam aus, als der Arzt das kleine Händchen festhielt und die Nadel einstach. Josef war nicht zu beruhigen. Er schrie und ich konnte ihm gar nicht helfen. Blut kam allerdings keines durch die Nadel, doch konnte der Arzt zwei von vier Röhrchen auch ohne Nadel füllen.
Das EEG hat gar nicht geklappt. Josef schrie wie am Spiess, als die Arzthelferin die Gummiteile am Kopf anbrachte, doch als alles fertig war, schrie er weiter und das EEG konnte somit nicht geschrieben werden. Wir brachen ab und ich fuhr mit dem schreienden und ziemlich fertigen Säugling nach Hause.

Das Wochenende verbrachten wir bei der Oma, die 400 km weit entfernt wohnt. Schon die Hinfahrt am Freitag stand unter keinem guten Stern, da Josef offensichtlich das Schlafen im Auto verlernt hat. Er quengelte rum, schrie, wollte auf den Arm, war sehr unruhig. Und all das nach 50 km … Vor uns lagen allerdings noch einige Kilometer mehr. Um dem Ende vorzugreifen: Josef verbrachte den Rest der Fahrt quengelnd und schreiend im MaxiCosi, was von einer schlaflosen Nacht  - von uns allen – quittiert wurde.
An den folgenden Tagen war er sehr unruhig, quengelig und unleidig. Nichts war ihm recht, nichts wollte er so recht.
Zugegeben, ich konnte das kaum noch ertragen … Zwei schlaflose Nächte, wenig erholsame Tage, ein nölender Josef, ein Prinz, der das WE mit seinem Erstgeborenen teilweise verbringen wollte und eine Mutti, die auf dem Zahnfleisch ging.

Schlussendlich habe ich herausgefunden, dass Josef’s Zahnfleisch das Übel allen Unheils war. Der Junge zahnt und ich hab’s nicht gemerkt. Gestern abend folgte dann das Komplettprogramm: Dentinox, Viburcol und Globuli (vielleicht waren es auch zwei drei vier Kügelchen mehr) … Josef schlief von 2030 bis 0400 durch, verlangte nach einer Flasche und schlief erneut bis 0700 heute früh.
Vielleicht war es der Erfolg der Cranio-Sacral-Dingens, vielleich das Aufholen des Schlafdefizits, vielleicht der Medizincocktail. Man weiss es nicht …
Jedenfalls war’s gut.

Und heute folgt gleich das neue Experiment. Josef ist zum allerersten mal ungepuckt eingeschlafen und das tut er nun schon seit über einer Stunde … Mal sehen, ob wir erfolgreich sind …

Ich gönne mir nun zur Feier des Tages ein Gläschen Blubberwasser und lass die Welt sich allein weiterdrehen …

Gehabt euch wohl.
Jana

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