Freitag, 11. April 2014

Morgens viertel vor eins ...



… in Deutschland !



Experiment gescheitert.
Josef ist zwar vergangenen Montag ungepuckt eingeschlafen, war jedoch nach 1,5 Stunden wieder wach und ich hatte meine liebe Mühe, ihn wieder zum Einschlafen zu bewegen.

Zwischenzeitlich gehen wir beide wohl auf dem Zahnfleisch. Josef vermutlich, da ihn die Zähnchen quälen und ich, da mich Josef „quält“. Wenn ich doch nur wüsste, wie ich ihm helfen könnte. Er ist so unleidig den ganzen Tag, er schläft tagsüber kaum noch, kann allerdings vor Müdigkeit seine Äuglein kaum aufhalten. Kaum kommt er mal runter, passiert irgendwas in ihm und gleich ist er wieder von Null auf Hundert.
Josef kennt keine Grauzone. Schwarz oder Weiss. An oder Aus. Und all das in einer Lautstärke, dir mir das Mutterherz bluten lässt, da er sich um nichts in der Welt beruhigen lässt.

Und immer wieder kommt dann von irgendeiner Mutter, die es „nur gut meint“: „Hast Du es mal mit einem Tragetuch versucht?“
Zugegeben, allmählich reagiere ich allergisch drauf. Ein Tragetuch (oder auch andere Tragehilfe) ist gem. meiner Erfahrung keine Universallösung.
Nein, ein Tragetuch habe ich nicht, aber ich habe eine Manduca. Und immer wenn ich den Josef in meiner und seiner Verzweiflung versuche darin und damit zu beruhigen, endet das immer im Gegenteil. Josef kann immer noch ein bisschen lauter und ein bisschen intensiver schreien und gibt mir somit zu verstehen, ich soll ihn mit dem scheiss Trage-Dingens einfach nur in Ruhe lassen.

Mittlerweile ist selbst der Kinderwagen keine sichere Bank mehr. Ist Josef noch nicht so müde, dass er schlafen würde wollen, lässt er sich nicht mehr ohne Gemecker, Gejammer oder gar Geschrei schieben. Müde muss er sein, dass er in den Schlaf fällt. Dieser fällt – je nach Verkehrssituation und Landgeräuschen – meist nur sehr kurz aus. Da er junge Mann einen sehr leichten Schlaf hat, wacht er immer wieder auf, wenn ein Hund in der Nähe bellt, oder aber ein Auto zu laut ist, sofort ist der Josef wach und die Sache mit dem Schlafen hat sich erledigt.

Selbst das Autofahren mag er nicht mehr, wenn er nicht in Schlaflaune ist. Mit all diesen neuen Erkenntnissen wird es zunehmend schwieriger etwas zu unternehmen. Lange lässt sich Josef nicht mit einer Sache beschäftigen. Sobald ihm langweilig wird und er das Interesse verloren hat, geht das Gequengel los. Gemütliches Kaffeetrinken ist vorerst wohl vorbei.

Nun haben wir die Drei-Monats-Grenze erreicht und seit zwei Tagen auch überschritten und ich erwarte nun sehnsüchtig, dass es nun besser wird. Gespannt beobachte ich mein Kind und versuche Veränderungen festzustellen, die es mir – Schrägstrich uns – einfacher machen würden.
Doch was ich meine festzustellen ist, dass eher komplizierter, als einfacher wird. Mit der nächsten Phase wird es bestimmt besser werden und wenn nicht mit der nächsten, dann vielleicht mit der übernächsten.

Nun schläft Josef, hält mich jedoch damit wach, dass er nun seit zwei Nächten immer mal wieder im Schlaf ein-zwei-mal aufschreit, jedoch weiter schläft. Ich bin wach und kann nicht wieder einschlafen. So wie heute.
Einmal mehr hänge ich meinen Gedanken nach. Versuche zu entspannen und die Situation in der ich mich befinde mit Gelassenheit zu tragen. Und einmal mehr steigen mir Tränen in die Augen und ich weiss nicht, ob ich das kann. Ich habe angst und weiss nicht, wie damit umgehen. Ich fühle mich so eingeschränkt und eingeengt, da unser Aktionsradius sehr begrenzt ist. Oftmals möchte ich gar nicht grossartig raus, da ich mit einem quengeligen und schreienden Josef zu Hause am besten klar komme. In der Öffentlichkeit machen mich die anderen Menschen nervös und dann werde ich hektisch und kann nicht ruhig bleiben. Unter dem Stress, den ich dann verspüre, lässt sich Josef noch schlechter beruhigen, als das so schon der Fall ist.

Es gibt Tage, da sehe ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr … und einmal mehr bin ich froh, dass der Prinz nun Elternzeit hat, und mich in den nächsten Tagen und Wochen unterstützen und mir das ein oder andere abnehmen kann …

Gehabt euch wohl.

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